Österreichisches Politikerdilemma

Österreich ist ein traditionsreiches Land und darauf kann man stolz sein. Allerdings hat sich in Österreich nun eine Tradition etabliert, auf die man vielleicht weniger stolz sein kann. Es geht um unsere Politiker.


Konsequent wird in unserem schönen Alpenstaat ein regelrechtes Politiker-Bashing betrieben, welches anscheinend dem Selbstzweck dient. Unabhängig von parteipolitischen Linien werden Politiker durch den Schlamm gezogen und kritisiert. Sei es nun die vermeintliche “Spaltung der Gesellschaft” oder sei es die “Flüchtlingskrise”, der Fokus ist ganz klar negativ.

Klar gibt es viel zu tun, klar gibt es blockierende Kräfte – welche sich aber gerne eher nicht ins Rampenlicht stellen. Klar ist viel zu tun. Allerdings ist in der derzeitigen politischen Atmosphäre, welche natürlich von den Medien gelenkt wird, wenig Raum.

Konstruktives, gar Lob für die ein oder andere gute Aktion sucht man in der österreichischen Journalismuslandschaft vergebens. Selbst bei unserem neuen Bundeskanzler Kern hat es nicht lange gedauert bis man zu dem alten Sing-Sang aus Kritik und Bemängelung zurückgekehrt ist.

Vergleichbar ist dieses Dilemma am besten mit dem Umgang mit dem Wort “Streber”. Die Streberdynamik besteht im wesentlichen darin,  dass Mitschüler, Eltern aber sogar auch Lehrer gute Schüler (auch solche die sich nicht arrogant aufspielen) als Streber beschimpfen. Das ist Gang und Gebe im Schulalltag und in beinahe jedem Gespräch über Noten. Und dann fragt man sich warum in Österreich Nachhilfe ein riesiger Wirtschaftssektor ist mit 265.000 zahlenden Kunden.

In analoger Weise gehen Journalisten und die Öffentlichkeit mit unseren Politikern um, nur um sich dann zu fragen warum unsere Politiker angeblich so unfähig sind und die Bürger so politikverdrossen.


Ich rechne es jedem Menschen hoch an, der es sich antut in Österreich Politiker zu werden. Dieses Lob geht an Klubobmann Strolz genauso wie an  an Finanzminister Schelling , aber auch Stronach. Vor allem zolle ich jetzt auch Kern viel Respekt dafür sich dem österreichischem Journalismus auszusetzen.

Es ist ein undankbares Unterfangen in die österreichische Politik zu gehen und es wundert mich nicht, dass unsere guten Leute eher ins Ausland oder in die Wirtschaft gehen – so wie ich selbst es vorhabe.

 

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